Gerade einmal einen Tag gewährte der Bayerische Eissportverband dem EHC Waldkraiburg und den restlichen 15 Teams der Eishockey-Bayernliga zum Auskurieren möglicher Kater nach den Silvesterfeierlichkeiten. Denn bereits am Freitag, den 02.01.2026, geht es für die Mannschaft von Jürgen Lederer wieder in die Ferne. Im rund 180 Kilometer entfernten Amberg wartet ab 20:00 Uhr das Team der „Wild Lions“. Am darauffolgenden Sonntag kommt es dann in der Raiffeisen-Arena ab 17:15 Uhr zum Rückspiel des in dieser Saison wohl wildesten Ergebnisses der Löwen.

Elf Spiele am Stück konnten die „Wild Lions“ aus dem oberpfälzischen Amberg zwischen dem 14.11.2025 und dem 19.12.2025 nicht gewinnen. Ganze 83 Gegentore musste man in diesem Zeitraum hinnehmen, ehe am 21.12. mit einem Sieg nach Verlängerung gegen Burgau der erlösende Befreiungsschlag gelang. Am zweiten Weihnachtsfeiertag folgte dann sogar ein 6:5-Erfolg in Pfaffenhofen. Für ein Team, das vor Saisonbeginn noch als sicherer Play-off-Kandidat gehandelt wurde, stellt diese Phase dennoch einen harten Fall auf den sprichwörtlichen Hosenboden dar. Auch der EHC Waldkraiburg traf in der eigenen Halle bereits auf die Wild Lions, die damals mit lediglich 13 Feldspielern und zwei Torhütern maximal dünn besetzt antraten. Mit einem deutlichen 8:1-Heimsieg wurden die Amberger seinerzeit zurück an die Vils geschickt. Mittlerweile scheint man die personellen Probleme jedoch wieder besser im Griff zu haben, zumindest war die Spielerbank bei den letzten Begegnungen deutlich voller besetzt. Gegen Pfaffenhofen und Burgau sammelte man Punkte – doch bei allem sportlichen Respekt sind dies aktuell nicht die Maßstäbe der Eishockey-Bayernliga.

Sehr wohl ein Maßstab in der Liga ist hingegen der Löwen-Gegner vom kommenden Sonntag. Mit dem ERV Schweinfurt kommt – je nachdem, an welchem Spieltag man auf die Tabelle blickt – entweder der Spitzenreiter oder dessen ärgster Verfolger in die Raiffeisen-Arena. Aktuell führen die „Mighty Dogs“ die Tabelle punktgleich mit Königsbrunn an, was bereits verdeutlicht, wie ernst dieses Team weiterhin zu nehmen ist. Im Hinspiel in Unterfranken lieferten sich der EHC Waldkraiburg und Schweinfurt eine intensive und offene Partie, an deren Ende die Gastgeber mit einem 8:7-Erfolg die Punkte bei sich behielten. Ein ähnliches, selbst für Eishockeyverhältnisse eher untypisches Ergebnis möchten beide Trainer sicherlich vermeiden. Dennoch lohnt ein Blick auf die nackten Zahlen, denn diese lassen ein erneutes Offensivspektakel zumindest nicht ausgeschlossen erscheinen. Zwar trifft hier der Tabellenführer auf den Achten, doch mit Schweinfurt gastiert zugleich das offensivstärkste Team der Liga (136 Tore) bei jener Mannschaft, die mit 112 Treffern die zweitmeisten Tore erzielt hat. Auch defensiv liegen beide Teams nahezu gleichauf: Mit 75 Gegentreffern haben die „Mighty Dogs“ den Löwen lediglich zwei Treffer voraus.

Dass diese Zahl in den verbleibenden Spielen möglichst klein gehalten werden kann, erhofft sich Löwen-Dompteur Jürgen Lederer. Auf welchen Kader er dabei zurückgreifen kann, gleicht jedoch weiterhin einem wöchentlichen Rätselraten. Hoffnung besteht bei all jenen Akteuren, die zuletzt lediglich krankheitsbedingt fehlten und nun wieder genesen sein könnten. Dazu zählen namentlich Anthony Dillmann und Tim Ludwig. Inwieweit auch die verletzten Spieler auf dem Weg der Besserung sind, bleibt derzeit noch offen. Klar ist hingegen die tabellarische Ausgangslage: Aktuell trennen die Löwen fünf Punkte vom sechsten Tabellenplatz – jenem Rang, der zur direkten Teilnahme an den Play-offs berechtigen würde. Acht Spiele verbleiben der Mannschaft von Jürgen Lederer noch, um diesen Rückstand aufzuholen. Kein Ding der Unmöglichkeit, jedoch untrennbar verbunden mit viel Schweiß, Fleiß und Konstanz.

Foto: Yasmin Neumann
Bericht: Alex Ahrends