EHC Waldkraiburg – ESC Dorfen 8:1 (1:1, 4:0, 3:0)

Tore: 0:1 (6.) Stach (Krlis, Adamec), 1:1 (13.) Džeriņš (Forsberg, Haaparanta), 2:1 (25.) Ovaska (Čejka, Maierhofer), 3:1 (27.) Bison (Vogl, Šrámek), 4:1 (36.) Ovaska (Forsberg, Džeriņš), 5:1 (37.) Vogl (Bison, Kokeš), 6:1 (52.) Decker (Ovaska, Čejka), 7:1 (54.) Haaparanta (Džeriņš, P. Lode), 8:1 (56.) Vogl (Šrámek, Čejka).

EHC Waldkraiburg:
Tor: #32 Tobias Sickinger, #40 Christoph Lode.
Verteidigung: #5 Rene Mertz, #6 Matej Houdek, #10 Felix Lode, #23 Tim Ludwig, #47 Patrik Forsberg, #50 Martin Kokeš, #81 Max Čejka, #98 Patrick Zimmermann.
Sturm: #7 Philipp Lode, #11 Bartek Bison, #13 Jakub Šrámek, #18 Santeri Ovaska, #25 Andris Džeriņš, #28 Mikko Haaparanta, #34 Leon Decker, #63 Paul Hipetinger, #74 Florian Maierhofer, #78 Philip Kaer, #88 Nico Vogl, #92 Jakub Revaj.

Zuschauer: 1008; Strafen: Waldkraiburg 8 – Dorfen 4.

 

Löwen feiern Derby-Gala zum Saisonauftakt

Einen Auftakt nach Maß erwischte der EHC Waldkraiburg am Sonntagabend in der Eishockey-Bayernliga. Vor 1008 Zuschauern in der Raiffeisen-Arena bezwangen die Löwen den Erzrivalen aus Dorfen auch in dieser Höhe verdient mit 8:1. Nach einem ausgeglichenen Spielstand zur ersten Pause ließ Waldkraiburg dem Gast in den folgenden 40 Minuten kaum noch Luft zum Atmen und hätte das Ergebnis bei konsequenterer Chancenverwertung durchaus noch deutlicher gestalten können. Der Lohn: Derbysieg und Tabellenführung nach dem ersten Spieltag.

Schon vor der Partie sorgte das Fanprojekt Waldkraiburg mit einer Choreografie für den passenden Rahmen zum Saisonauftakt. Unter den Zuschauern befanden sich auch Waldkraiburgs Bürgermeister Emil Kirchmeier sowie Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer. Auffällig war hingegen, dass trotz Derbycharakters weniger Gästefans als gedacht den Weg aus Dorfen in die Raiffeisen-Arena gefunden hatten.

Auf dem Eis benötigten die Löwen überhaupt keine Anlaufphase. In den ersten fünf Minuten spielte sich die Partie nahezu ausschließlich in Richtung des von Andreas Marek gehüteten Dorfener Tores ab. Waldkraiburg machte früh Druck, eroberte Scheiben und setzte sich immer wieder im Angriffsdrittel fest. Das erste Tor des Abends erzielte dennoch der ESC Dorfen. Die Gäste nutzten in der 6. Minute ein Angriffsmuster, das insbesondere im ersten Drittel mehrfach für Gefahr sorgte. Während ein Dorfener Angreifer zwei Waldkraiburger Verteidiger auf die rechte Seite zog, wanderte die Scheibe quer durch das Drittel zum freistehenden David Stach. Dieser ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und traf nach 5:14 Minuten zum überraschenden 0:1.

Am grundsätzlichen Bild der Begegnung änderte die Führung wenig. Waldkraiburg blieb das aktivere Team und belohnte sich schließlich in der 13. Minute. Patrik Forsberg zog von der blauen Linie kraftvoll ab, Marek konnte den Versuch noch abwehren, doch Andris Džeriņš stand für den Nachschuss bereit und erzielte das erste Waldkraiburger Punktspieltor der neuen Saison. Bemerkenswert dabei: Die Vorlagen gingen mit Forsberg und Mikko Haaparanta an jene beiden Spieler, die erst im Laufe der Woche in Waldkraiburg angekommen waren. Mit dem 1:1 ging es trotz weiterer Möglichkeiten der Gastgeber schließlich auch in die erste Pause.

Im zweiten Durchgang sollte sich die Waldkraiburger Überlegenheit dann auch deutlich auf der Anzeigetafel widerspiegeln. In der 25. Minute spielte Max Čejka die Scheibe diagonal durch nahezu das gesamte Angriffsdrittel an den rechten Torpfosten. Dort löffelte Santeri Ovaska gekonnt den Puck ins Tor und brachte die Löwen mit 2:1 erstmals in Führung.

Gerade einmal 87 Sekunden später folgte der nächste Treffer. Bartek Bison eroberte sich die Scheibe zunächst mit aggressivem Forechecking selbst und leitete damit einen Angriff ein, den er wenig später auch vollendete. Nico Vogl bediente Bison im Slot, von wo aus der Neuzugang den Puck ins lange Eck setzte. Für Bison war das 3:1 gleichzeitig der erste Treffer in einem Pflichtspiel für den EHC Waldkraiburg.

Auch danach fand Dorfen kaum noch Mittel, um die zunehmend dominant auftretenden Gastgeber aus dem eigenen Drittel fernzuhalten. In der 36. Minute versuchte es Forsberg von der linken Seite in Richtung des langen Ecks. Marek parierte zunächst, konnte den Abpraller jedoch nicht kontrollieren. Ovaska reagierte am schnellsten und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Abends das 4:1.

Nur etwas mehr als eine Minute später folgte ein Treffer der kurioseren Sorte. Bison und Martin Kokeš bereiteten für Nico Vogl vor, dessen Abschluss schließlich zum 5:1 über die Linie ging. Erst das eingehende Studium der Wiederholungsbilder zeigte, dass Dorfens Mark Waldhausen offenbar unfreiwillig noch entscheidend mit der Hand an der Scheibe gewesen war und diese letztlich ins eigene Tor bugsierte. Offiziell wurde der Treffer Vogl zugeschrieben. Mit vier Waldkraiburger Toren innerhalb von gut elf Minuten war die Begegnung nach dem zweiten Drittel beim Stand von 5:1 praktisch entschieden.

Auch im Schlussabschnitt ließ Waldkraiburg jedoch nicht locker. Die Löwen kontrollierten weiterhin das Spiel, ließen Dorfen kaum zur Entfaltung kommen und erhöhten in etwas mehr als vier Minuten noch einmal von 5:1 auf 8:1.

Den Anfang machte Leon Decker in der 52. Minute. Ovaska trieb die Scheibe auf der rechten Seite nach vorne, Decker zog mittig mit und bekam den Pass im richtigen Moment serviert. Vor Marek blieb der Waldkraiburger Angreifer ruhig und schob den Puck links am Dorfener Schlussmann vorbei zum 6:1.

Nur gut zwei Minuten später durfte auch Mikko Haaparanta erstmals in einem Pflichtspiel für die Löwen jubeln. Nachdem der Finne beim Ausgleich bereits seinen ersten Assist gesammelt hatte, nahm er diesmal auf Zuspiel von Džeriņš selbst Fahrt auf. Haaparanta zog durch das Dorfener Drittel und jagte die Scheibe schließlich zum 7:1 rechts oben ins Tor.

Den Schlusspunkt setzte schließlich der Kapitän höchstpersönlich. Nachdem Marek zunächst zweimal gegen die Waldkraiburger Angreifer retten konnte, landete der Abpraller bei Nico Vogl. Im Fallen brachte dieser die Scheibe nach 55:26 Minuten zum 8:1 über die Linie und erzielte damit seinen zweiten Treffer des Abends. Mit zwei Toren und einer Vorlage war Vogl zugleich der punktbeste Waldkraiburger Spieler der Begegnung.

Danach beließen es die Löwen beim 8:1, obwohl weitere Möglichkeiten vorhanden gewesen wären. Dorfen fand über weite Strecken der Begegnung kaum noch einen Weg, die Waldkraiburger Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen. Auch vier Überzahlsituationen halfen den Gästen nicht weiter. Auf der Gegenseite blieb zwar auch der EHC in seinen beiden Powerplays ohne Treffer, bei ausgeglichenen Mannschaftsstärken dominierten die Gastgeber die Partie jedoch insbesondere ab dem zweiten Drittel deutlich.

So stand am Ende ein auch in dieser Höhe verdienter Auftaktsieg gegen den Erzrivalen, mit dem sich die Löwen zugleich nach dem ersten Spieltag an die Spitze der Bayernliga-Tabelle setzen. Viel Zeit zum Genießen bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Freitag wartet das erste Auswärtsspiel der jungen Saison in Ulm. Am Sonntag, dem 11. Oktober, folgt dann der nächste Heimauftritt in der Raiffeisen-Arena, wenn der TEV Miesbach in Waldkraiburg zu Gast ist.

Text: Akex Ahrends

Foto: Yasmin Neumann