Die Roten Raben haben eine Entscheidung getroffen, die weitreichende Folgen für sie haben wird. Sie haben der VBL (Volleyball-Bundesliga) signalisiert, dass sie in der kommenden Saison wieder in der ersten Volleyball-Bundesliga spielen wollen.
Dabei müssen die Macher der Vilsbiburger Volleyballer allerdings noch zwei große Brocken aus dem Weg räumen: Die Roten Raben müssen wirtschaftlich in der Lage sein, in der ersten Bundesliga bestehen zu können und sie müssen den Meistertitel in der Sparda 2. Liga Pro holen. Denn in dieser Saison kann nur der Ligaerste auch aufsteigen.
In Sachen Wirtschaftlichkeit betont Klaus-Peter Jung, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Roten Raben, dass sie aktuell mit allen Sponsoren und Unterstützern der Roten Raben Gespräche führen. Sein erstes Fazit: „Es sieht gut aus, die meisten Sponsoren haben uns ihr weitere finanzielle Unterstützung zugesagt“. Aber es sei auch klar, dass die Roten Raben ein höheres Budget brauchen, wenn sie in der ersten Volleyball-Bundesliga bestehen wollen. Jung ist allerdings zuversichtlich, dass sie das hinkriegen.
Das heißt, dass bei den Roten Raben abseits des Spielfeldes derzeit auf Hochtouren gearbeitet wird, um das neugesteckte Ziel zu erreichen.
Bleibt noch der sportliche Erfolg. Aber auch da schaut es ziemlich gut aus: Die Roten Raben stehen aktuell mit zehn Punkten Vorsprung in der Sparda 2. Liga Pro auf dem ersten Tabellenplatz vor NawaRo Straubing. Beide Teams haben noch fünf Spiele zu absolvieren. Das bedeutet, die Roten Raben müssen noch zwei Spiele gewinnen, dann ist ihnen der Meistertitel nicht mehr zu nehmen. Aus Sicht von Raben-Trainer Guillermo Gallardo „eine lösbare Aufgabe“. Wer den Argentinier kennt, weiß, dass er sowieso alles daran setzen wird, dass seine Mannschaft alle fünf Spiele für sich entscheidet.
Für ihn ist auch klar, dass die Roten Raben in die erste Liga aufsteigen sollten. „Vilsbiburg hat von seiner Infrastruktur alle Voraussetzungen für die erste Bundesliga. Jetzt ist der richtige Moment für den Aufstieg“. Das hat auch Kim Renkema, Geschäftsführerin der VBL vor Kurzem bei einem Besuch in der Vilsbiburger Ballsporthalle betont.
Raben-Trainer Guillermo Gallardo ist jetzt an zwei Fronten gefordert. Zum einen muss er sicherstellen, dass der sportliche Erfolg in der laufenden Saison gewährleistet ist. Zum anderen muss er bereits planen und Gespräche führen, um aus dem bestehenden Kader eine erstligataugliche Mannschaft zu formen.
Da ist es gut, dass er und Klaus-Peter Jung ein freundschaftliches und von beiderseitigem Vertrauen geprägtes Verhältnis pflegen. „Vilsbiburg ist mein Zuhause. Ich habe hier bereits viel Engagement, Liebe und Zeit investiert. Jetzt sollten wir den nächsten Schritt machen“. Gleichzeitig warnt er vor überzogenen Erwartungen. „Unsere Fans und Zuschauer sind verwöhnt, gute Leistungen gewöhnt, aber Wunder können wir nicht bewirken. Mannschaften wie Stuttgart, Dresden, Schwerin oder in dieser Saison Suhl sind weit weg“.
Das heißt, hinter den Kulissen der Roten Raben geht mit der ausklingenden Saison in der Sparda 2. Liga Pro die Arbeit erst richtig los.
Bericht: Harald Schwarz
Foto: Andreas Geißer