Auch wenn die Roten Raben bereits als Meister in der Sparda 2.
Liga Pro feststehen, haben sie eindrucksvoll bewiesen, warum sie
ganz oben stehen: Mit einem souveränen 3:0-Auswärtssieg (25:23,
26:24, 25:23) bei Eintracht Spontent Düsseldorf setzten sie ein
weiteres Ausrufezeichen – und das in nur 67 Minuten.
Besonders im Fokus stand Zuspielerin Jenni Liu, die nicht nur zur MVP gewählt wurde, sondern auch emotional berührte. „Der Erfolg war heute eine extrem gute Teamleistung“, sagte sie nach dem Spiel – und man spürte, wie viel ihr diese Auszeichnung bedeutete. Kein Wunder: Ihre ganze Familie war vor Ort und teilte diesen besonderen Moment mit ihr. „Es war eine schöne Ehre“, ergänzte sie mit strahlendem Lächeln.
Trainer Guillermo Gallardo nutzte die Partie, um frischen Kräften eine Chance zu geben. Spielerinnen wie Jenni Liu, Alyayna Crabtree und Julia Brandhuber standen in der Startformation – und zeigten eindrucksvoll, wie stark der Teamgeist bei den Raben ist. Zwar erwischte Düsseldorf den besseren Start und setzte die Gäste mit seinen Aufschlägen unter Druck. Doch die Raben blieben ruhig, kämpften sich Ball für Ball zurück und bewiesen einmal mehr ihre mentale Stärke. Beim 17:17 war der Ausgleich geschafft – und spätestens nach dem nervenstarken 25:23 war klar: Diese Mannschaft gibt niemals auf.
„Wir brauchten etwas, um ins Spiel zu finden, aber am Ende zählt nur der Sieg“, resümierte Gallardo pragmatisch. Raben-Spielführerin Pia Fernau, die einen eher geruhsamen Sonntagnachmittag verlebte und nur sporadisch eingesetzt wurde, sagte, Training und Spiel könne man nicht vergleichen. Sie meinte damit die drei Spielerinnen, die nicht so viel Spielpraxis haben. Daher habe man sich „in der anderen Teamkonstellation erst einmal finden müssen“. Jenni Liu ergänzte, dass gerade der Zusammenhalt im Team es möglich machte, dass „wir immer wieder zurückgekommen sind“.
Der zweite Satz spiegelte den ersten wider – ein intensiver Schlagabtausch auf Augenhöhe. Doch in den entscheidenden Momenten behielten die Raben die Nerven. Beim Stand von 24:24 sorgten Crystal Burk und Jeannette Huskic mit zwei starken Aktionen für die Entscheidung und das 26:24.
Im dritten Satz übernahmen die Roten Raben zunehmend die Kontrolle. Mit klarem Fokus und großer Entschlossenheit gestalteten sie den Satz so, dass sie durchgehend in Führung lagen. Erst in der Schlussphase – sie hatten beim 24:20 bereits Matchbälle – ließen sie Düsseldorf noch einmal auf 24:23 herankommen. Ärgerlich aus Sicht der Gastgeberinnen, dass ausgerechnet ihre Außenangreiferin Maya Kleinpeter den entscheidenden Aufschlag ins Aus setzte.
Mit nun 76 Punkten unterstreichen die Roten Raben ihre dominante Saison eindrucksvoll. Sie fiebern bereits jetzt dem letzten Heimspiel am Samstag, 25. April, gegen die BayerVolleys Leverkusen entgegen. Nach der Begegnung, die wie gewohnt um 19 Uhr in der Ballsporthalle angepfiffen wird, wird der Meistertitel mit den Rabenfans gefeiert. Die Planungen laufen hinter den Kulissen schon auf Hochtouren: eine Delegation der VBL wird den Meisterpokal nach der Begegnung überreichen. Gemeinsam mit den Fans, mit Emotionen, Stolz und dem Meisterpokal steht dann einem zünftigen bayerischen Fest nichts mehr im Weg. Die Roten Raben sind bereit – für den perfekten Abschluss einer außergewöhnlichen Saison.
Text: Harald Schwarz
Foto: Hermann Boxleitner