Erstes Doppel-Wochenende der Löwen: Ulm wartet, Miesbach kommt

Nach dem für die Waldkraiburger Löwen durchaus erfolgreichen ersten Spieltag startet die Eishockey-Bayernliga am kommenden Wochenende in ihren richtigen Rhythmus. Dies bedeutet: Zwei Spiele pro Wochenende für alle Teams und damit auch für die Löwen vom EHC Waldkraiburg. Das erste davon findet im bayerisch-württembergischen Grenzgebiet statt. In Neu-Ulm begegnen sich die Teams der Devils Ulm/Neu-Ulm und der Löwen ab 20:00 Uhr und fighten um die ersten beziehungsweise die nächsten drei Punkte. Am Sonntag darauf kommt der TEV Miesbach in die Raiffeisen-Arena. Ab 17:15 Uhr können die Fans ein spannendes Spiel erwarten – mit einem faden Beigeschmack im Anschluss.

Im vergangenen Jahr schlossen die Gastgeber vom kommenden Freitag ihre Bayernliga-Vorrunde auf dem zehnten Platz ab. Mit 14 Punkten auf der Habenseite legte man einen souveränen Teufelsritt durch die Abstiegsrunde hin und bestätigte somit, anders als die Löwen, ungefährdet den Platz in der Bayernliga. Ihr erstes Spiel verloren die Devils in Peißenberg in einer packend knappen Partie mit 5:4. Ausschlaggebend war das Tor von Peißenbergs Dejan Vogl 31 Sekunden vor Ende des Spiels. Mit einer entsprechenden Wut im Bauch werden sich die Ulmer beim ersten Heimspiel um Punkte vor eigenem Publikum eine ähnliche Blöße nicht geben wollen.

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen den „Roten“ und den Löwen fand am 18.01.2026 statt, zu einer Zeit, als die Löwen bereits sehr angeschlagen durch die Liga wankten. Mit 2:4 gewannen die Ulmer den Vergleich in der Raiffeisen-Arena. Sieht man sich den historischen Vergleich beider Teams an, sind die Zahlen ausgeglichen. Seit der VfE Ulm/Neu-Ulm in der jetzigen Form in der Bayernliga spielt, trafen beide Teams insgesamt acht Mal aufeinander. Das Torverhältnis steht bei 30:31 Toren aus Sicht der Löwen und beide Teams konnten jeweils vier Siege für sich verbuchen. Der erfolgreichste Scorer der Ulmer gegen die Löwen, Bohumil Slavicek, steht weiterhin für seine Devils auf dem Eis. Neun Punkte konnte er bisher für Ulm gegen die Löwen erzielen. 14 Punkte sind es beim erfolgreichsten Scorer der Löwen gegen Ulm: Nico Vogl. Statistisch verspricht die Begegnung also eine spannende Partie zu werden.

Weitaus traditionsreicher gestalten sich die Zahlen beim Sonntagsduell gegen Miesbach – und die Löwen kommen dabei nicht sehr gut weg. Ganze 38 Duelle wurden seit dem 01.11.2009 bestritten. 25 Siege davon gehen auf Miesbachs Konto, lediglich 13 auf das der Löwen.

Miesbach startete auch in diese Saison wieder mit einem Sieg und bestätigte damit seine Rolle als Mitfavorit auf die Playoffs. Gegen das Team aus Grafing erzielte man ein 5:1 und legte die ersten drei Punkte auf dem Weg zur prophezeiten 54-Punkte-Schwelle, die wohl die Playoff-Teilnahme bedeuten wird, in den eigenen Tresor. Lustige Nebengeschichte: Auch Miesbachs Topscorer gegen den EHC Waldkraiburg hört auf den Namen Bohumil Slavicek. Der Stürmer, der inzwischen für Ulm aufläuft, ging zuvor für Miesbach auf Punktejagd und erzielte auch dort schon sehr viele Punkte (29) gegen die Löwen. Ihm gegenüber steht ebenfalls Nico Vogl, welcher mit 30 Punkten einen Punkt mehr gegen Miesbach vorzuweisen hat.
Was bereits feststeht, ist, dass es im Anschluss an das Spiel eine eher einseitige Pressekonferenz geben wird. Der TEV hat öffentlich verkündet, in seinem mit fragwürdigen Waffen geführten Kampf gegen Teams mit zu vielen ausländischen Spielern im Kader nicht an Pressekonferenzen nach Spielen gegen eben jene Mannschaften teilzunehmen.

Es bleibt also zu hoffen, dass Löwen-Coach Lederer, wenn er am kommenden Sonntag statt einer Pressekonferenz ein Interview gibt, dies bei guter Laune tun kann. Was die Löwen gegen Dorfen zeigen konnten, lässt hoffen, dass die Mannschaft gut aufgestellt ist. Die neuen Spieler fügten sich, laut eigener Aussage, so gut ins Team ein, als wären sie bereits seit Monaten statt erst seit Tagen hier. Auch mit den Reihen konnte Lederer zufrieden sein, stammten die Torschützen doch aus allen Mannschaftsteilen. Das nächste Wochenende kann also kommen. Dann wird man sehen, ob der Sieg gegen Dorfen womöglich mehr wert war als nur drei Punkte.

Fotos: Yasmin Neumann
Bericht: Alex Ahrends