ESC Kempten – EHC Waldkraiburg 6:5 (1:1, 1:3, 4:1)

Tore: 1:0 (10.) Elo (Kulhanek), 1:1 (14.) Haaparanta (Houdek, P. Lode), 1:2 (24.) Ovaska (Decker, Maierhofer), 1:3 (26.) Vogl (Decker, Kokeš – PP1), 1:4 (29.) Bison (Haaparanta, Houdek – PP1), 2:4 (34.) Dopatka (Salo, Hlozek), 3:4 (45.) Steiner (Schäffler, Stöhr), 4:4 (46.) Pfalzer (Kokoska, Schäffler – PP1), 5:4 (50.) Kokoska (Marquardt), 6:4 (59.) Elo (Pfalzer – ENG), 6:5 (60.) Ovaska (Džeriņš, Čejka).

EHC Waldkraiburg:
Tor: #32 Tobias Sickinger.
Verteidigung: #5 René Mertz, #6 Matej Houdek, #10 Felix Lode, #23 Tim Ludwig, #50 Martin Kokeš, #81 Max Čejka, #98 Patrick Zimmermann.
Sturm: #7 Philipp Lode, #11 Bartek Bison, #13 Jakub Šrámek, #18 Santeri Ovaska, #25 Andris Džeriņš, #28 Mikko Haaparanta, #34 Leon Decker, #63 Paul Hipetinger, #74 Florian Maierhofer, #78 Philip Kaer, #88 Nico Vogl, #92 Jakub Revaj.

Strafen: Kempten 6 – Waldkraiburg 8.

 

Löwen geben Führung in Kempten aus der Hand

Der EHC Waldkraiburg hat am Sonntagabend beim ESC Kempten eine mögliche Auswärtsüberraschung aus der Hand gegeben. Nach einem starken zweiten Drittel führten die Löwen zwischenzeitlich mit 4:1, mussten sich am Ende jedoch noch mit 5:6 geschlagen geben. Ein gutes Drittel und einige weitere starke Phasen reichten gegen engagierte Kemptener nicht aus. Ausschlaggebend waren vor allem die schnellen Gegentreffer im Schlussabschnitt, mit denen die Gastgeber die Partie vollständig drehten.

Die Löwen mussten in Kempten auf Patrik Forsberg verzichten, der aufgrund einer leichteren Oberkörperverletzung nicht zur Verfügung stand. Im Tor erhielt wie bereits am Freitag gegen Schweinfurt Tobias Sickinger den Vorzug.

Die Partie begann auf beiden Seiten mit Möglichkeiten. Jakub Šrámek tauchte bereits in der ersten Minute gefährlich im Slot auf, auf der Gegenseite spielte Kempten nur wenig später eine gute Zwei-gegen-Eins-Situation heraus. Martin Hlozek kam dabei über links zum Abschluss, konnte Sickinger jedoch nicht überwinden. Auch Martin Kokeš versuchte es in der 4. Minute von der blauen Linie, Šrámek kam im Nachsetzen jedoch nicht entscheidend an die Scheibe.

Kempten blieb gefährlich. Maximilian Schäffler scheiterte in der 6. Minute am rechten Schoner von Sickinger, ehe die Gastgeber in der 10. Minute doch in Führung gingen. Ausgangspunkt war eigentlich nur der Versuch, die Scheibe tief ins Waldkraiburger Drittel zu spielen. Sickinger ließ den Puck nach vorne abprallen und Eetu Elo nutzte die Gelegenheit zum 1:0.

Die Löwen antworteten in der 14. Minute. Matej Houdek spielte die Scheibe aus dem rechten Bullykreis quer an den linken Pfosten, wo Mikko Haaparanta bereits lauerte und zum 1:1 einschob. Kurz vor Drittelende hatte der Finne nach einem Drei-gegen-Zwei-Angriff sogar die Möglichkeit auf seinen zweiten Treffer, doch Jakob Nerb im Kemptener Tor reagierte schnell und verhinderte die Führung.

Der zweite Durchgang sollte dann zum stärksten Abschnitt der Löwen werden. Bereits nach sieben Sekunden musste Nico Vogl wegen eines Crosschecks auf die Strafbank. Waldkraiburg ließ in Unterzahl jedoch kaum gefährliche Abschlüsse zu und zeigte einmal mehr, warum das Penaltykilling zu den bisherigen Stärken der Mannschaft gehört.

In der 24. Minute drehten die Löwen schließlich die Partie. Leon Decker brachte die Scheibe in Richtung Tor, Santeri Ovaska hielt vor dem Gehäuse den Schläger hinein und fälschte zum 1:2 ab.

Nur wenig später wurde Šrámek bei einem Alleingang regelwidrig gestoppt und Waldkraiburg erhielt die Chance in Überzahl. Dort arbeitete der EHC an einer bislang noch ausbaufähigen Powerplayquote. Nach einem Schuss von Decker konnte Nerb die Scheibe nicht festhalten, Nico Vogl setzte nach und erzielte in der 26. Minute das 1:3.

Damit nicht genug. Kempten kassierte kurz darauf die nächste Strafzeit und auch diese Überzahl nutzten die Löwen. Haaparanta nahm im vollen Lauf Tempo auf, spielte die Scheibe nach rechts und Bartek Bison vollendete in der 29. Minute zum 1:4. Zwei Powerplaytreffer innerhalb weniger Minuten sorgten für eine komfortable Waldkraiburger Führung.

Kempten gab sich jedoch nicht auf. Sickinger verhinderte in der 31. Minute mit einem starken Fanghandsave zunächst einen weiteren Treffer, war in der 34. Minute jedoch machtlos. Pascal Dopatka stand im Slot frei und drosch den Puck nahezu gegen Sickingers Bewegungsrichtung direkt ins Kreuzeck zum 2:4.

Bereits nach dem 1:4 brachte Kempten mit Bastian Flott-Kucis einen neuen Torhüter. Auch dieser musste noch einmal eingreifen, als Florian Maierhofer schön für Leon Decker ablegte. Der Abschluss des Waldkraiburgers fand jedoch nicht den Weg ins Tor. Kurz vor der zweiten Pause lag die Scheibe dann zwar noch einmal im Kemptener Gehäuse und auch Šrámek befand sich irgendwo mitten im Geschehen – der Treffer zählte jedoch nicht. So ging es mit einer 4:2-Führung der Löwen in die Pause.

Zu Beginn des Schlussdrittels erhöhte Kempten das Tempo. Die Sharks attackierten früher, betrieben aggressives Forechecking und setzten Waldkraiburg zunehmend unter Druck. In der 45. Minute zahlte sich dies aus. Kevin Steiner kam im Slot zum Abschluss und traf zum 3:4.

Nur zehn Sekunden später kassierte Vogl eine weitere Strafzeit. Kempten nutzte die Überzahl beinahe sofort. Milan Pfalzer erzielte in der 46. Minute den 4:4-Ausgleich und stellte die Begegnung innerhalb von nur 44 Sekunden vollständig auf Anfang.

Diese Phase wurde zum Knackpunkt der Partie. Waldkraiburg hatte die Begegnung über weite Strecken gut im Griff gehabt, wirkte nun jedoch zu passiv, während Kempten weiter nach vorne spielte. 10:54 Minuten vor dem Ende folgte schließlich die komplette Wende. Filip Kokoska zog vor das Tor und hämmerte die Scheibe zum 5:4 ins Kreuzeck.

Die Löwen brauchten einige Minuten, um sich von diesem Rückschlag zu erholen, fanden gegen Ende der Partie aber wieder besser in die Begegnung. Wirklich zwingende Möglichkeiten blieben jedoch zunächst aus. Kurz vor Schluss nahm Waldkraiburg Sickinger für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. Kempten nutzte das leere Tor und Elo traf in der 59. Minute zum 6:4.

Entschieden war die Partie damit trotzdem noch nicht ganz. 4,8 Sekunden vor Schluss erzielte Ovaska nach Vorarbeit von Andris Džeriņš und Max Čejka noch das 6:5. Für mehr reichte die verbleibende Zeit allerdings nicht mehr.

So stand am Ende eine ärgerliche Niederlage, weil sich die Löwen mit einem starken zweiten Drittel eigentlich eine sehr gute Ausgangslage geschaffen hatten. Zwei Treffer im Powerplay und eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung reichten jedoch nicht aus. Kempten blieb engagiert, nutzte die passive Phase der Waldkraiburger im Schlussabschnitt konsequent und drehte die Partie mit drei Treffern innerhalb von knapp fünf Minuten.

Eine Pressekonferenz fand nach der Begegnung nicht statt. Der ESC Kempten gehört zu jenen Vereinen, die nach Spielen gegen Mannschaften mit einer aus ihrer Sicht zu hohen Zahl an Kontingentspielern auf eine Teilnahme verzichten.

Fotos: und Bericht: EHC Waldkraiburg