Guten Mutes reisten die Löwen zu Spiel zwei im Play-Down-Finale der Eishockey-Bayernliga nach Pfaffenhofen. Auch die Fans waren zahlreich vertreten und wurden dabei sogar von einer etwa 30 Mann und Frau starken Delegation aus Burgau unterstützt. Am Freitagabend hatten die Löwen noch deutlich mit 8:2 gewonnen, entsprechend optimistisch ging der EHC Waldkraiburg die Auswärtspartie im Hopfen-Gebiet Pfaffenhofen an.
Der erste Durchgang war, wie schon im ersten Spiel der Serie, nichts für Liebhaber des besonders schönen Eishockeys. Geprägt von Fehlpässen und sich festlaufenden Spielern auf dem Eis, waren echte Torchancen zunächst ein rares Gut. Die erste nennenswerte Möglichkeit der Waldkraiburger Gäste datierte aus der vierten Minute, als Florian Maierhofer seinen Kapitän Nico Vogl bediente. Dieser kam zum Abschluss, verpasste die Führung jedoch knapp. Ganze fünf Minuten mussten die Heimfans – die auch an diesem Abend nicht besonders zahlreich vertreten waren – auf ihre erste echte Möglichkeit warten. Doch auch Anton Münzhuber konnte seine Chance nicht nutzen.
Bezeichnend war daher, dass die 1:0-Führung der Hausherren aus einer Szene entstand, die zunächst kaum nach einer echten Torchance aussah. In einem Gerangel vor dem Waldkraiburger Tor, das von Christoph Lode gehütet wurde, gelangte der Puck über mehrere Stationen auf den Schläger von Anton Seidel. Dieser reagierte am schnellsten und schob die Scheibe schließlich links unten ins Tor. Mit etwas konsequenterer Defensivarbeit hätten die Löwen diese Situation wohl bereits im Keim ersticken können.
Auch nach dem Führungstreffer wurde das Spiel auf dem Eis nicht unbedingt ansehnlicher. Die Löwen taten sich weiterhin schwer, an die Leistung vom Freitag anzuknüpfen. Erst gegen Ende des Drittels kam etwas mehr Leben in das Offensivspiel der Gäste. In der 15. Minute traf Patrick Zimmermann bei einem Angriff nur die Latte. Eine Minute später versuchte es Anthony Dillmann mit einer Einzelaktion: Von links kommend zog er in die Mitte, setzte seinen Schuss jedoch knapp links am Tor vorbei. So blieb es bis zur Pausensirene beim knappen Rückstand – auch wenn der Puck zwischenzeitlich noch einmal im Waldkraiburger Tor landete. Der Treffer, der aus dem Slot erzielt worden war, wurde vom Schiedsrichter-Quartett jedoch aberkannt, da der Puck mit dem Fuß über die Linie befördert worden war.
Stärker als der Gegner kam der EHC Waldkraiburg anschließend aus der Kabine. Bereits nach rund eineinhalb Minuten im zweiten Drittel erzielten die Gäste den verdienten Ausgleich. Anthony Dillmann war zur Stelle und schob den Puck aus einem Gewühl heraus über die Linie.
Auch danach blieben die Löwen das spielbestimmende Team. Doch wie schon zu oft in dieser Saison zeigten sie sich – gerade ohne Jakub Šrámek als kreative Unterstützung – im Abschluss zu ungefährlich und im Spielaufbau weniger dynamisch. In der 31. Minute bot sich dennoch die große Chance zur Führung. Eine gerade abgelaufene Strafe gegen die Löwen war kaum vorbei, als Nico Vogl an der Mittellinie einem Gegenspieler den Puck abnahm. Der Kapitän startete sofort zum Alleingang auf das Pfaffenhofener Tor und ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen: Mit einem überlegten Abschluss brachte er seine Mannschaft mit 2:1 in Führung.
Auch im weiteren Verlauf des Drittels bestimmten die Gäste aus der Waldstadt weitgehend das Spielgeschehen. Waldkraiburg setzte Pfaffenhofen immer wieder unter Druck, zwang die Gastgeber tief in die eigene Defensive und schnürte sie phasenweise regelrecht im eigenen Drittel ein. Dennoch reichte den Hausherren eine einzige Überzahlsituation, um den Spielstand erneut zu egalisieren. Ein schneller Pass durch das Waldkraiburger Drittel fand wieder Anton Seidel, der zum zweiten Mal an diesem Abend traf und zum 2:2 ausglich. Mit diesem Ergebnis ging es schließlich in die zweite Pause.
Der finale Abschnitt verlief zunächst ähnlich wie das zweite Drittel. Die Löwen wirkten optisch überlegen und setzten sich immer wieder im Angriffsdrittel fest. Über weite Strecken spielte der EHC Waldkraiburg ein Spiel, das sich wie ein langes Powerplay anfühlte – ohne tatsächlich in Überzahl zu sein. Doch ob es Nervosität war oder einfach ein gebrauchter Tag im Abschluss: Die Chancen, die sich den Gästen boten, fanden den Weg nicht ins Tor.
Dieser Chancenwucher sollte sich schließlich rächen. In der 54. Minute fiel nach einem Bully vor dem Waldkraiburger Tor die erneute Führung für Pfaffenhofen. Wieder war es Anton Seidel, der zur Stelle war und mit seinem dritten Treffer des Abends den Hattrick perfekt machte und das 3:2 erzielte.
Trainer Jürgen Lederer reagierte darauf mit einer Auszeit und setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte. Christoph Lode verließ zugunsten eines sechsten Feldspielers das Tor, um den Ausgleich noch zu erzwingen. Doch statt des erhofften Treffers für die Löwen nutzten die Gastgeber die sich bietende Gelegenheit und trafen ins verwaiste Tor zum 4:2-Endstand.
Damit gleicht der EC Pfaffenhofen die Serie im Play-Down-Finale aus und sorgt dafür, dass nach zwei Spielen wieder alles offen ist.Foto:
Yasmin Neumann
Bericht: Alex Ahrends